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{ Wechselmodell im Umgangsrecht - echte
   Neuigkeiten vom Bundesgerichtshof?
In den letzten Tagen wurde in fast allen Medien berichtet, der Bundesgerichtshof habe erstmals entschieden, dass es möglich ist, gerichtlich anzuordnen, dass Kinder getrenntlebender Eltern die gleiche Zeit bei dem einen, wie bei dem anderen Elternteil leben und zwar auch dann, wenn dies nur ein Elternteil möchte und der andere dagegen ist.

Betrachtet man die Entscheidungsgründe des Beschlusses des Bundesgerichtshofs vom 01.02.2017 genauer, ergibt sich diese klare und scheinbar unzweideutige Aussage allerdings nicht. Konkret wurde entschieden, dass die Entscheidung eines Umgangsverfahrens durch das Oberlandesgericht Nürnberg aufgehoben und zur erneuten Prüfung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen wurde. Grund war im Wesentlichen, dass das Oberlandesgericht nach Meinung des Bundesgerichtshofs den Sachverhalt nicht umfassend ermittelt, insbesondere das betroffene Kind nicht persönlich angehört hatte. In der Sache selbst hat der Bundesgerichtshof also nicht entschieden. Dort ging es darum, dass das Oberlandesgerichts den Antrag eines getrenntlebenden Vaters auf Anordnung des so genannten Wechselmodells abgelehnt hat und zwar mit der Begründung, dass sich die Möglichkeit einer solchen Anordnung aus dem Gesetz überhaupt nicht ergäbe. Es hatte daher davon abgesehen, das Kind anzuhören, dass ohnehin nicht im Sinne des Antrags des Vaters entscheiden kann. Dies hat der Bundesgerichtshof anders gesehen. Aus der Entscheidung ergibt sich, dass die Richter am Bundesgerichtshof davon ausgehen, dass das Gesetz dem Gericht zumindest nicht verbietet, ein Wechselmodell anzuordnen, wenn es nach umfassender Aufklärung des Sachverhalts zu dem Ergebnis kommt, dass dies für das Kind die beste aller Umgangsformen ist. Genau dies solle das Oberlandesgericht nun erst einmal prüfen. Gleichzeitig hat der Bundesgerichtshof einige grundsätzliche Punkte benannt, auf die bei der Prüfung der Kindeswohlverträglichkeit des Wechselmodells zu achten ist. Es soll zum Beispiel nicht in erster Linie darauf ankommen, ob ein Elternteil das Wechselmodell grundsätzlich ablehnt, dies aber nur dann nicht, wenn er die Ablehnung nicht begründet. Mögliche Gründe hat der Bundesgerichtshof gleich mit besprochen, insbesondere den, dass ein Wechselmodell nicht in Frage kommt, wenn das Verhältnis der Eltern untereinander erheblich konfliktbelastet ist. Auch müssen gewisse logistische Gegebenheiten vorliegen, um das Wechselmodell durchzuführen (kurze Entfernungen der Wohnsitze der Eltern, räumliche Nähe zur Schule oder Kindereinrichtung, die Vereinbarkeit der Kinderbetreuung mit dem Berufen beider Eltern usw.).

Als Fazit der Entscheidung kann man also sehen, dass das höchste deutsche Familiengericht es zwar grundsätzlich für möglich hält, dass Familiengerichte ein Wechselmodell anordnen; gleichzeitig aber relativ hohe Hürden hierfür zu überwinden sind. Es ist also durchaus fraglich, ob sich das Wechselmodell als Umgangsmodell mittel- und langfristig durchsetzen wird; zumal neben dem Umgang selbst beim Wechselmodell noch viele andere ungeklärte Probleme bestehen, zum Beispiel ob und wenn ja, wie viel Kindesunterhalt die Eltern sich gegenseitig zahlen müssen.

Ren� Noack
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht
Rechtsanwälte Kulitzscher & Ettelt, Döbeln
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