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Startseite / Fachbeiträge / Was tun bei Wildunfall?  
{ Was tun bei Wildunfall?
Wildunfälle sind gerade in der dunklen Jahreszeit keine Seltenheit. Daher gilt, insbesondere beim Vorfinden entsprechender Warnschilder, eine angemessene Geschwindigkeit einzuhalten, um noch rechtzeitig bremsen zu können, wenn plötzlich ein Reh oder eine Bache nebst Frischlingen aus dem Unterholz bricht und über die Straße möchte. Steht plötzlich ein Tier auf der Straße oder springt es aus dem Wald, wird es schnell eng. So ist man bei 50 km/h in einer Sekunde bereits 14 m weiter gefahren. Bei 100 km/h sind es bereits 28 m, die Ihr Fahrzeug ungebremst weiterrollt, bevor Sie als Fahrer aufs Bremspedal treten und der Bremsweg beginnt. Der Bremsweg verdoppelt sich dabei nicht einfach mit der Geschwindigkeit, sondern er vervierfacht sich. Statt durchschnittlich 12,5 m Bremsweg aus 50 km/h heraus bei sog. Gefahrenbremsung werden somit bei 100 km/h rd. 50 m Bremsweg. Dabei gilt für die Bremsverzögerung dasselbe wie beim Bremsweg. Die Geschwindigkeit nimmt nicht gleichmäßig ab. Vielmehr gleicht das Bremsen einer umgekehrten Beschleunigung. Die Geschwindigkeit nimmt dementsprechend zunächst nur langsam ab. Beim Bremsen aus 100 km/h trifft man ein Tier in 60 m Entfernung daher immer noch mit rd. 60 km/h. Handelt es sich dabei um einen ausgewachsenen Rothirsch, wirkt eine Kraft von 5 t auf das Fahrzeug, bei einem 150 kg schweren Wildschwein sind es immerhin noch 3,5 t. Hirsch und Wildschwein sind daher von der Wucht her mit einem Elefanten bzw. einem Nashorn vergleichbar.

Wird ein Wildtier am Wald- oder Feldrand entdeckt, sollte zunächst abgebremst und das Tier durch Hupen verscheucht werden. Des Weiteren ist das Fernlicht auszuschalten, da die blendende Lichtquelle die Orientierung des Wildes beeinträchtigt. Sollte der Bremsweg hingegen nicht mehr ausreichen, um eine Kollision zu vermeiden, sollte der Reflex zurückgehalten werden, ein Ausweichmanöver einzuleiten. Denn hierbei ist die Gefahr zu groß, mit einem anderen Wagen zusammenzustoßen oder aber die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren. Im Fall der Kollision gilt es, keinesfalls den Unfallort zu verlassen. Ein derartiges Verhalten ist bei einem Eigenschaden zwar nicht unbedingt als sog. Fahrerflucht zu bewerten, jedoch kann ein Entfernen vom Unfallort gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, sollte das Tier noch am Leben sein. In jedem Falle ist daher anzuraten, nach einem entsprechenden Absichern der Unfallstelle die Polizei zu informieren und den Wildunfall zu melden. Die Schäden, die anlässlich der Kollision am Fahrzeug entstanden sind, sind nicht vom Jagdpächter zu ersetzen, ganz gleich von welchem Tier ein Unfall verursacht wurde. Gleichzeitig ist der Jagdpächter jedoch auch nicht berechtigt, vom Fahrer des Unfallfahrzeuges eine Gebühr für die Beseitigung des Kadavers zu verlangen. Auch ein Schadenersatzanspruch zu Gunsten des Jagdpächters besteht grundsätzlich nicht.

Hinsichtlich des zu ersetzenden Schadens am Fahrzeug ist zu unterscheiden. Ist der Schaden am Fahrzeug durch eine Kollision mit einem Wildtier entstanden, so ist die Teilkasko für den Ersatz des entstandenen Eigenschadens verantwortlich. Leitet der Fahrer ein Ausweichmanöver ein, um eine drohende Kollision zu vermeiden und verliert er im Folgenden die Kontrolle über sein Fahrzeug, so dass er ins Gelände, gegen einen Baum oder ein anderes Fahrzeug fährt, so gilt dies ebenfalls als Wildunfall. Es liegt jedoch die Beweislast dafür, dass der Unfall im Zusammenhang mit einer Gefährdung durch Wild entstanden ist, beim Fahrer.

Die Versicherung deckt meist nur Schäden ab, die durch Wildunfälle mit sog. Haarwild entstanden sind. Eine weitere Ausnahme ist für Wildunfälle mit Kleintieren, wie Hasen oder Füchsen, gegeben. Hier besteht kein Deckungsschutz im Falle eines Aufpralls, der durch ein Ausweichmanöver verursacht wurde. In diesem Fall wäre die Kollision mit dem Kleintier mit einem weniger hohen Schadensumfang verbunden gewesen, so dass die Teilkasko nicht zahlt. Zu berücksichtigen ist, dass der Versicherungsschutz grundsätzlich nur jagdbares Wild erfasst. Unter Umständen geht daher der betroffene Fahrzeugführer bei einem Wolfsunfall leer aus.


Carolin Greger
Rechtsanwältin
Rechtsanwälte Kulitzscher & Ettelt, Döbeln
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