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Startseite / Fachbeiträge / Kinderlärm muss nicht per se hingenommen werden  
{ Kinderlärm muss auch im Wohnraummietrecht
   nicht per se hingenommen werden
Der BGH zeigt wo die Grenzen liegen. Wohnen in einem Mietshaus Familien mit und ohne Kinder, können Kindergeräusche zu einem ständigen Zankapfel werden. So sind in einem Mehrfamilienhaus gelegentlich auftretende Lärmbeeinträchtigungen durch Kinder grundsätzlich als sozial adäquat hinzunehmen. Kinderlärm begründet mithin für die betroffenen Mitmieter grundsätzlich keinen Mangel der Mietsache. Vor diesem Hintergrund geht die ganz überwiegende Instanzenrechtsprechung deshalb davon aus, dass der Lärm aufgrund altersgerecht üblichen kindlichen Verhaltens grundsätzlich von allen Bewohnern hinzunehmen ist. Allerdings hat die insoweit erhöhte Toleranz gegenüber Kindern auch Grenzen. Diese Grenzen sind jeweils im Einzelfall zu bestimmen. Dabei müssen Art, Qualität, Dauer und Zeit der verursachten Geräuscheemission, das Alter und der Gesundheitszustand des Kindes sowie die Vermeidbarkeit der Emissionen etwa durch objektiv gebotene erzieherische Einwirkung oder durch zumutbare oder sogar gebotene bauliche Maßnahmen berücksichtigt werden. Als sich gestört fühlender Mieter empfiehlt es sich daher, ein sogenanntes Lärmprotokoll zu führen, dass heißt, sich über eine gewisse Zeit hinweg zu notieren, wann und welcher Lärm im Haus vernommen wird.

Hierzu genügt es zwar grundsätzlich zu beschreiben, um welche Art von Beeinträchtigung es geht und zu welchen Tageszeiten, über welche Zeitdauer und in welcher Frequenz diese ungefähr auftreten. Allerdings dürfte spätestens in einem Zivilprozess eine Anhörung hierzu stattfinden. Im Rahmen einer solchen Parteianhörung ist es wichtig, sich wieder an die konkreten Beschwerden zu erinnern. Selbige Lärmprotokolle sollten Sie im übrigen auch bei Mietbeeinträchtigungen bspw. durch Baulärm etc. führen. Nur mit Hilfe solcher "Gedächtnisprotokolle" ist es dem Gericht als auch dem Mieteranwalt möglich, sich ein genaues Bild über das Ausmaß der Beeinträchtigung sowie gegebenenfalls zustehenden Mietminderungen zu machen. In diesem Protokoll genügt es in der Regel aufzuführen, um welche Art von Beeinträchtigung es geht und zu welchen Tageszeiten, über welche Zeitdauer und in welcher Frequenz diese ungefähr auftreten, vgl. BGH, Beschluss vom 22.08.2017, Az. VIII ZR 226/16.


Annett Rennert
Rechtsanwaltin
Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
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